Eskalationen stoppen

Sie befinden sich in einem emotionalen Ausnahmezustand, in der es nicht ungewöhnlich ist, dass die Emotionen hoch gehen. Es macht aber wenig Sinn, die Gefühle wenn Sie Ihre Gefühle nur ausagieren, denn auf diese Weise kommen immer neue nach. Um gute Lösungen zu finden, müssen Sie vor allem Emotionen, die immer wieder aufbrechen, langsam in den Griff bekommen. Nur dann können Sie miteinander zu einer neuen Gesprächskultur zu finden, in der Sie miteinander und nicht gegeneinander oder aneinander vorbei reden.

Wenn Sie bemerken, dass einer oder beide hitzig oder abwertend reagieren, dann sollten Sie beide (zumindest jener, der noch dazu in der Lage ist) die Notbremse ziehen. Am Besten so:

1) Unterbrechen Sie den negativen Kreislauf

Wenn einer von ihnen diese Verschärfung der Auseinandersetzung bemerkt, sollte er / sie um eine Pause ersuchen. Bitte nicht vorher noch eine Salve abfeuern und auch ohne jede Abwertung des Partners wie „Warum regst du dich denn schon wieder so auf?“ sondern z.B. mit den Worten:

„Du, ich glaube wir verrennen uns gerade. Ich schlage vor, dass wir eine Pause machen und nachher noch einmal starten. Passt das für dich?“

Wenn der Partner weiterdiskutieren möchte, stimmen Sie einem weiteren Gespräch zu. Aber eben erst nach der Pause. Die Dauer der Unterbrechung ist verhandelbar. Es kann bedeuten, dass man aufsteht und sich ein Glas Wasser holt, bis hin zu einer halben Stunde, in der man (gemeinsam?) eine Arbeit erledigt oder draußen eine Runde geht.

Wichtig: Versuchen Sie in dieser Zeit möglichst nicht innerlich weiter zu diskutieren, das hält Sie im Kampfmodus. Konzentrieren Sie sich lieber auf sich selber oder auf die Aufgabe, die Sie gerade erfüllen.

2) Macht es Sinn das Gespräch weiterzuführen?

Nach einer Pause kann man oft klarer erkennen, ob es wirklich Sinn macht, dieses Thema hier und jetzt zu diskutieren. Wenn es beispielsweise schon spät ist, könnten Sie einen anderen Zeitpunkt vereinbaren, an dem Sie in Ruhe und mit Hilfe dieses Programms ihr Thema besprechen können.

Oft geht es im Streit auch um eine Belanglosigkeit, die man einfach zu den Akten legen könnte, weil ja sowieso schon alles gesagt ist. Wenn sie beide dazu bereit sind, am Besten mit den Worten „Lassen wir den Blödsinn!“ und einer Umarmung.

3) Sichere Gesprächsführung

Wenn Sie das Thema besprechen möchten, dann setzen Sie sich möglichst entspannt und freundlich gegenüber. Auf jeden Fall so, dass Sie sich bei all den Aufgaben gut anschauen können. Spüren Sie sich selber und versuchen Sie gleichzeitig gut beim Partner bzw. bei der Partnerin zu sein. Sehen sie sich nicht als Gegner, sondern als Partner.

4) Guter Abschluss

Schließen Sie das Gespräch möglichst mit einer Umarmung oder einem anderen Friedeszeichen ab. Später können Sie das Thema mit Hilfe der Strategien für unterschiedliche Konflikte professionell weiter behandeln.

 

Rückblick auf das Gespräch

Bitte tauschen Sie sich aus, wie es Ihnen bei dieser Übung gegangen ist:

  1. War ich als SenderIn entspannt, klar, einfach zu verstehen?
  2. War ich als EmpfängerIn aufmerksam, offen, neugierig?
  3. War ich in guter Verbindung mit mir und mit dir?
  4. Was hat mir gut getan?
  5. Was habe ich gut verstehen können?

 In unserem Programm “Sichere Kommunikation” finden Sie weitere Empfehlungen zur sicheren Gesprächsführung.

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