Tantrische Vereinigungs-Meditation

Dieses Ritual ist eine sehr gute Gelegenheit, aus üblichen Sexmustern auszubrechen, und statt dessen die körperliche Vereinigung einmal ganz anders zu genießen.

Tal – Orgasmus

Mit einiger Übung kann man sogar das erreichen, was im Tantra “Tal-Orgasmus” genannt wird. Der übliche “Gipfel-Orgasmus” wird durch sexuelle Stimulation, also durch Aktivitäten zur Steigerung der Erregung und der Spannung erreicht.

Im Gegensatz dazu wird beim Tal-Orgasmus ein inniges Miteinander durch eine gemeinsame vertiefte Entspannung angestrebt. Das Ziel ist also nicht Ekstase, sondern ein tiefes Gefühl von Ruhe und Verbundenheit.

Ablauf des Vereinigungs – Meditation

Vor dem Ritual, an einem „normalen“ Tag:

Klärt gemeinsam alles, was für jeden von euch wichtig ist, um gut vorbereitet zu sein. Vielleicht gibt es Gefühle und Gedanken, Bedenken oder Unsicherheiten, die vorher ausgesprochen werden sollten, weil sie sonst beim Ritual selbst stören würden.

Am Tag des Rituals:

Vereinbart miteinander an diesem Tag schon morgens, dass ihr sicher abends miteinander dieses Ritual machen werdet. Bereitet euch jeder für sich auf dieses Ereignis vor, oder freut euch einfach darauf. Gestaltet den Tag schon selbst als gute Vorbereitung. Vielleicht hilft euch schon der Gedanke an den schönen Abend, die kleinen Ärgernisse des Alltags leichter zu nehmen. Genießt den Tag, macht auch anderen Menschen Freude.

Nehmt euch Zeit füreinander. Zeigt euch von eurer besten Seite. Macht was euch Freude macht, esst gemeinsam. Achte darauf, dass sich jeder gut selbst spürt (dabei hilft es, immer wieder die eigene Atmung zu spüren). Schaut euch sehr bewusst mit weichen, liebevollen Augen an. Geht aufeinander ein so gut es euch möglich ist. Spürt das spielerische Potential eurer Beziehung.

Das Ritual selbst

Zentrales Prinzip: Entspannung!  Ziel ist nicht ein Orgasmus, sondern eine bewusstes, entspanntes ganzheitliches Miteinander mit mindestens 20 Minuten genitaler Verbindung. Das Ritual selbst wird sehr individuell ablaufen, achtet aber auf Folgendes:

Zieht euch langsam voreinander aus, schaut euch liebevoll an, begrüßt euch mit einem Kuss und legt euch zusammen. Atmet miteinander, bis ihr die Welle eurer Atmung tief im Bauch spürt. Das Becken kann mit jeder Einatmung ganz leicht nach hinten, und bei der Ausatmung nach vorne schwingen. Stimuliert euch bei Bedarf gegenseitig ein wenig, um in erotische Stimmung zu kommen.

Dann begebt euch in die Scherenstellung. Dazu legt sich der Mann zunächst von hinten an die Frau (Löffelstellung). Dann dreht sich die Frau auf den Rücken und legt dabei ihren oberen Oberschenkel über den oberen Oberschenkel des Mannes. Der Mann hat jetzt ihren anderen Oberschenkel zwischen seinen Beinen. Wenn die Oberkörper jetzt etwas auseinander rücken, kann man ohne Gewichtsbelastung sehr gut in genitaler Verbindung sein, einander anschauen, angreifen, und sich entspannen. Ausprobieren – Lachen ist erlaubt!

Anklopfen

Berührt euch liebevoll genital, wie es euch miteinander gut tut. Lasst euch Zeit, bis beide Erregung spüren. Lasst den Penis zunächst nur den Eingang der Vagina berühren. Erst wenn die Frau körperlich bereit ist, sich zu öffnen, geht langsam und behutsam in die Vereinigung.

Es wäre auch ok, wenn eine Vereinigung nicht möglich ist, beispielsweise weil keine Erektion entsteht oder die Frau verschlossen bleibt. Bleibt einfach entspannt in Verbindung. Im Verlauf der Meditation ist es auch egal, wie steif der Penis ist, das kann sich immer wieder verändern. Achtet aber darauf, die entspannte Herzensverbindung aufrecht zu halten.

Macht alles sehr bewusst und langsam. Atmet gut, öffnet den gesamten Kanal zwischen Mund -Nase – Hals – Brust – Bauch. Die Welle einer vertieften Atmung bewegt normalerweise auch den Körper leicht, bis hinein ins Becken. Schaut euch liebevoll entspannt in die Augen. Achtet auf eure Impulse und Empfindungen, es soll sich alles gut anfühlen. Sucht einen Weg, dem Impuls zu folgen und gleichzeitig im Ritual zu bleiben. Tut nichts gegen einen inneren Widerstand. Fragt leise, ob etwas ok ist für den anderen, dieser stimmt zu oder äußert seine Wünsche. Aber nicht dahinplappern!

Lenkt eure Aufmerksamkeit in die Empfindungen der Genitalregion. Erlaubt euch erotische Gefühle! Spürt in alle Kontaktflächen hinein, nehmt die Bewegungsimpulse wahr. Spürt das unterschiedliche Gefühl in unterschiedlichen Positionen! Wenn besondere Gefühle auftauchen, nimm sie wahr, fühle dich ganz ein. Vielleicht verändern sie sich, ansonsten sprich sie einfach aus. Versucht dann behutsam und kreativ damit umzugehen.

Achtet darauf, wie sich die Energie, die sich in euch aufbauen und ausbreiten wird, anfühlt. Atmet bewusst! Wenn ihr spürt, dass ihr euch sexuell überhitzt, entspannt euch, wechselt die Stellung, aber haltet dabei den genitalen Kontakt.

Nach der vereinbarten Zeit schließt ab oder bleibt noch beisammen. Lasst die Gefühle nachklingen, bedankt euch beide mit einem Wort beim Partner.

Dialog zum Ritual

Nachdem Sie das alles gelesen haben, setzen Sie sich gegenüber, schauen Sie einander in die Augen, lächeln Sie. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was ich interessant finde an dieser Idee, ist …

Was ich mir gut/schwer vorstellen kann …

Vielleicht ist es möglich …

Was mir wichtig wäre, ist …

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen. Wenn Sie möchten vereinbaren Sie einen Termin für das Ritual oder beginnen Sie gleich mit den Vorbereitungen.

Dialog nach dem Ritual

Nehmen Sie sich auch nach diesem Ritual Zeit, um Ihre Erfahrungen auszutauschen. Das kann gleich anschließend sein, vielleicht während Sie noch entspannt beisammen liegen, oder auch später einmal. Schauen Sie einander in die Augen, berühren Sie sich. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was für mich sehr schön war  …

Was ich gespürt habe …

Was ich das nächste Mal gleich (oder anders) machen möchte …

Danke dass du so (z.B. behutsam, aufmerksam, …) zu mir warst!

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog wieder mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen.

Hinweis zu körperlichen Missempfindungen

Durch das bewusste Hinspüren fallen körperliche Signale auf, die man sonst leicht übersehen würde. Sollte sich irgend etwas unangenehm anfühlen, dann forschen Sie nach, was die Ursache dafür sein könnte.

Beispielsweise kann ein entzündliches Gefühl in der Scheide bedeuten, dass Sie zu schnell in die Vereinigung gegangen sind. Dann lassen Sie sich nächstes Mal einfach noch mehr Zeit und experimentieren damit, wie Sie mehr Erregung hervorrufen können. Genauso gut kann es sich aber auch um eine hormonell bedingte Trockenheit der Schleimhaut, um einen Scheidenpilz oder um eine Entzündung handeln.

Jede Art von unangenehmer Empfindung oder Schmerz, ob beim Mann oder bei der Frau, sollte ärztlich abgeklärt und wenn nötig behandelt werden.

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