Erotische Partnermassage

Ganzheitliche Entspannung

Die erotische Partnermassage läuft genauso ab wie die normale Partnermassage, allerdings mit ausführlicher Behandlung der erogenen Zonen, meist bis zum “Happy End”. Im Unterschied zur üblichen sexuellen Stimulation geht es um eine langsame, ganzheitlich erotische Anregung des gesamten Körpers mit dem Ziel einer tiefen, beglückenden Erfahrung.

Deshalb gilt auch hier als oberstes Prinzip: Zeit lassen! Ein Orgasmus ist – wenn überhaupt gewünscht – nur die oberste Spitze des gemeinsamen Erlebens.

Variante 1: Einer verwöhnt den anderen

In diesem Fall sind die Rollen klar verteilt: Einer massiert den anderen von Kopf bis Fuß. Der/die Massierende ist klar in der Rolle des Gebenden. Das kann ein einmaliges Geschenk sein, oder es kommt das nächste Mal einfach der andere dran. Das macht Sinn, denn nach einer tiefen Entspannung oder einem sexuellen Höhepunkt hat man oft den Wunsch, einfach nichts zu tun. Dann kann es stressig sein, jetzt noch  das Massageprogramm für den Partner mit genug Sorgfalt zu zelebrieren.

Variante 2: Beide verwöhnen sich gegenseitig

Wenn Sie die Massage als beidseitig aktiven, gemeinsamen Genuss anlegen, dann sollten Sie bereits während der normalen Massage fließend die Rollen wechseln. Dadurch sind Sie beide gut auf die “heiße Phase” vorbereitet, bei der Sie sich wieder abwechselnd massieren. Oder Sie finden Positionen, in der Sie sich gegenseitig massieren können.

Spezielle Massage-Tipps

Bei dieser erotischen Massage geht es nicht um einen schnellen Orgasmus. Vielmehr soll die erotische Energie langsam geweckt und im ganzen Körper verteilt werden. So wird das ganze Erleben intensiver.

Schon bei der normalen Massage

Beziehen Sie sensible Körperteile besonders sorgsam ein. Beispielsweise Gesicht, Hals, Nacken, Knie- und Ellbogen Innenseiten, Füße, Hände, Brustwarzen, Bauch, usw. Lassen Sie sich dabei anfangs vom bzw. von der Massierten leiten um zu erkennen, was zu wenig oder zu viel ist.

Die Genitalien mit den anderen Körperteilen verbinden

Legen Sie am Beginn eine Hand auf die Genitalien und die andere auf das Herz. Stellen Sie sich vor, dass Sie die Energie des Herzens mit der Energie der Genitalien liebevoll verbinden. Atmen Sie mindestens 10 Atemzüge tief und entspannt. Vielleicht können Sie in Ihren Händen das Strömen der Energie spüren.

Streichen Sie immer wieder in großen Strichen von den Genitalien weg hin über den Bauch, zur Brust, zum Hals, und die Oberschenkel hinunter bis übers Knie. Und auch umgekehrt, von den Körperteilen hin zu den Genitalien.

Massage der Genitalien

Berühren Sie die Genitalien sehr sanft und aufmerksam. Beginnen Sie auf den Aussenseiten, im Übergang zum restlichen Körper und streichen Sie anfangs nur leicht über die besonders erogenen Zonen. Untersuchen Sie sorgsam jede Falte, jede Erhebung dieses wunderbaren Kunstwerks der Natur. Vergessen Sie nicht darauf, die Genitalien immer wieder mit dem anderen Körper zu verbinden.

Besondere Tipps für die Frau

Denken Sie als Massierender daran: Behutsam, sacht, präsent sein! Reiben Sie die Hände, bis sie sehr warm sind. Legen Sie dann Ihre Hände auf den Bereich der Eierstöcke und der Gebärmutter (oberhalb der Oberschenkel), und bleiben Sie für mindestens 10 Atemzüge.

Berühren und entdecken Sie die Vulva (äußere Genitalien) von außen, mit der Absicht, sie zu entfalten. Die Frau atmet tief in diesen Bereich hinein. Lassen Sie sich Zeit, während Sie (mit viel Öl oder Gleitmittel) beispielsweise …

  • den Bereich zwischen Po und Venushügel mit den Fingerspitzen streicheln und drücken
  • die Handfläche auf die Vulva legen und leicht vibrieren
  • die Venuslippen streicheln und von oben nach unten massieren
  • die Klitoris sanft berühren und bewegen
  • die Klitoris umkreisen
  • und dabei immer wieder die Energie im Körper verteilen

Wenn die Partnerin einverstanden ist, können Sie ihre Vagina auch von innen erkunden. Verwenden Sie wieder viel Gleitmittel. Legen Sie dazu einen Finger auf den Scheideneingang und warten Sie, bis sich die Vagina von selbst öffnet. Massieren Sie die ersten Zentimeter des  Innenbereich im Uhrzeigersinn mit leicht kreisenden Bewegungen.

Suchen Sie den G-Punkt, eine besonders erotische Zone. Er liegt bei etwa 2-4 cm im oberen Bereich der Vagina, etwas links von vorne gesehen, oft in einer kleinen Vertiefung. Die Haut dort fühlt sich etwas stärker strukturiert an.

  • Massieren Sie den G-Punkt sanft mit kreisenden Bewegungen
  • Stimulieren Sie G-Punkt und Klitoris gleichzeitig oder abwechselnd

Besondere Tipps für den Mann

Reiben Sie als Massierende die Hände, bis sie sehr warm sind. Legen Sie dann Ihre linke Hand auf sein Herz und die rechte Hand auf seinen Penis. Bleiben Sie für mindestens 10 Atemzüge und spüren Sie wie Ihre Energie seinem Herz und seinem Penis gut tut. Streichen Sie dann langsam vom Herzen bis zum Penis.

  • Streichen Sie mehrmals gleichzeitig von beiden Knien die Innenseite der Oberschenkel hinauf bis zu den Genitalien.
  • Ölen Sie die gesamten Genitalien langsam und liebevoll ein und beziehen Sie auch das Umfeld mit ein
  • Streichen Sie vom Anus über das Perineum bis zum Hodenansatz und weiter zur Penisspitze
  • Massieren Sie den Bereich der Prostata (hinter der Peniswurzel)
  • Massieren Sie sorgsam die Hodensäcke
  • Streichen Sie den Penis entlang und massieren Sie die Bereiche rund um die Eichel
  • Umfassen Sie den Penis mit beiden Händen und bewegen Sie die Hände in entgegengesetzter Richtung
  • Bewegen Sie eine Hand von der Penisspitze nach unten, während die andere Hand in einem großen Bogen vom Knie über das Perineum, über den Bauch zum Herz und wieder zurück zum anderen Knie streicht
  • Experimentieren Sie am Penis mit unterschiedlichen Massagestrichen
  • Massieren Sie leicht mit einer Hand den Penis und mit der anderen den Bereich zwischen den Brustwarzen
  • Lass dich gegebenenfalls vom Mann leiten, was für ihn angenehm ist

Finale

Durch den Wechsel zwischen der direkten Genitalmassage und dem Verteilen der Energie in den Köper kann die Energie langsam gesteigert werden. Das kann durchaus eine halbe Stunde dauern. Wenn es dann für Sie passt, steuern Sie gemeinsam entweder dem Orgasmus oder einem entspannten Ausklang zu.

Wenn Sie zum Orgasmus kommen möchten, dann atmen Sie als Empfangende/r tief und geräuschvoll. Laden Sie sich mit jeder Einatmung auf, indem Sie die Atmung bis tief in den Bauch hinein strömen lassen, und atmem Sie mit tiefen Seufzern aus.

Zum Abschluss bleiben Sie noch mit einer Hand am Herzen des/der Massierten beisammen liegen. Spüren Sie beide den Empfindungen nach.

Dialog zur gemeinsamen Massage

Nachdem Sie das alles gelesen haben, setzen Sie sich gegenüber, schauen Sie einander in die Augen, lächeln Sie. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was mir gut gefällt an dieser Idee, ist …

Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass ich / du …

Vielleicht ist es auch möglich …

Was mir wichtig wäre, ist …

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen. Vereinbaren Sie einen Termin für die Massage oder beginnen Sie gleich mit den Vorbereitungen.

Dialog nach der Massage

Nehmen Sie sich nach jeder Massage Zeit, um Ihre Erfahrungen auszutauschen. Das kann gleich anschließend sein, vielleicht während Sie noch entspannt beisammen liegen, oder auch später einmal. Schauen Sie einander in die Augen, berühren Sie sich. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was für mich sehr schön war  …

Besonders genossen habe ich, dass du …

Was ich selber als Massierende/r gespürt habe …

Was ich das nächste Mal ausprobieren möchte …

Danke dass du so (z.B. behutsam, aufmerksam, …) zu mir warst!

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog wieder mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen.