Übung: Führen und Folgen

Bei dieser Aufgabe schenken Sie Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin eine bestimmte Zeit, in der Sie sich selber schenken. Als Schenkende/r sind Sie ausschließlich für den / die Beschenkten da und gehen bestmöglich auf alle seine bzw.  ihre Wünsche ein. Sie schenken also nicht das, was Sie selber wollen, sondern ausschließlich das, was sich der Beschenkte wünscht.

Die Regeln der Übung

Vereinbaren Sie wer wen wann beschenkt und wie lange diese Übung jeweils dauern soll. Gute Zeiten sind beispielsweise ein ganzer Tag vom Morgen bis in die Nacht, oder ein halber Tag, beispielsweise vom späten Nachmittag bis zum Morgen. Halten Sie sich beide diese Zeit absolut frei von anderen Aufgaben oder Verpflichtungen sind. Die Telefone werden ausgeschaltet.

Legen Sie die Zeiten genau fest, also z.B. heute von 07.00 – 23.00, oder von heute 17.00 – 10.00 am nächsten Tag.

Gestalten Sie diese Zeit sehr liebevoll, sowohl als der Schenkende als auch als der Beschenkte. Behandeln Sie sich gegenseitig sehr behutsam, gleichzeitig aber auch klar und mit angenehmer Präsenz.

Von Seite des/der Beschenkten ist jeder Wunsch erlaubt. Diese Übung darf und soll für den Partner eine Herausforderung sein. Je mehr Ihr Wunsch aber die Grenzen Ihres Partners / Ihrer Partnerin strapaziert, umso sensibler sollten Sie mit Ihren Wünschen sein.

Ein Nein von Seite des/der Schenkenden zu einem Wunsch des/der Beschenkten ist natürlich möglich. Setzen Sie aber ein eventuelles Nein sehr bedacht und nur im Ausnahmefall ein. Überprüfen Sie vorher genau, ob das Nein wirklich notwendig ist, oder ob Sie sich dieser Herausforderung nicht doch stellen sollten.

Schließen Sie am Ende der vereinbarten Zeit die Übung bewusst ab. Bedanken Sie sich gegenseitig fürs Geben und fürs Annehmen. Umarmein Sie sich.

Herausforderung für die Beschenkte bzw. den Beschenkten

Bereiten Sie sich gut auf diese Zeit vor, in der Sie uneingeschränkt sagen können, was der Partner tun soll. Überlegen Sie, wie Sie diese Zeit gestalten und was Sie in diesen Stunden mit dem/der PartnerIn erleben möchten. Sie selbst können dabei in jenem Maße aktiv werden, die Ihnen Freude macht.

Diese Übung wird sehr lehrreich für Sie sein, wenn Sie üblicherweise den/die PartnerIn bestimmen lassen, was passiert.

Selbstbewusstes, liebevolles Ersuchen

Diese wunderbare menschliche Fähigkeit werden Sie trainieren, wenn Sie sich ganz darauf einlassen, in dieser gemeinsamen Zeit aktiv zu steuern, wie Sie sich vom Partner verwöhnen lassen oder gemeinsam das erleben, was Sie gerne haben oder ausprobieren wollen.

Dankbarkeit und die Fähigkeit, ohne Gegenleistung zu nehmen

Genießen Sie alles, was der Partner/ die Partnerin für Sie in dieser Zeit tut. Atmen Sie gut, spüren Sie in sich hinein, fühlen Sie die Verbindung zueinander. Mehr braucht es nicht, außer ein liebevolles “Danke, schön dass du für mich da bist!”

Herausforderung für den Schenkenden / die Schenkende

Sie verzichten bei dieser Aufgabe auf jede eigene Initiative oder Einflussnahme auf den/die PartnerIn, sondern stellen sich ganz auf die Wünsche ein. Deshalb wird diese Übung wahrscheinlich besonders lehrreich für Sie sein, wenn Sie gewöhnt sind, selbst zu bestimmen oder die Vorschläge des Partners / der Partnerin oft zu diskutieren.

Flexibilität, Großzügigkeit und Gelassenheit

Diese besonderen menschlichen Qualitäten werden Sie trainieren, wenn Sie für die vereinbarte Zeit aktiv der gebende Teil sind. Üben Sie vor allem Gelassenheit, Flexibilität und Großzügigkeit, während Sie auf den Beschenkten eingehen. Zeigen Sie sich entspannt und aufmerksam und genießen Sie das “Geben”.

Ein kurzer Dialog beim ersten Mal lesen

Lassen Sie sich Zeit, sich in die Möglichkeiten dieses Rituals hinein zu versetzen. Schauen Sie einander in die Augen, wahrscheinlich lächeln Sie automatisch. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was mir gut gefällt an dieser Idee, ist …

Was eine Herausforderung sein wird für mich …

Worauf ich neugierig bin …

Worauf ich achten möchte …

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog wieder mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen.

Nach der Übung

Nehmen Sie sich entweder gleich nach der Übung oder an einem der nächsten Tage Zeit für eine gemeinsame Reflexion. Lassen Sie sich gegenseitig Zeit, das eigene Erleben nachzuspüren.

Am Besten beantwortet eine/r als SenderIn alle folgenden Satzanfänge. Der/die PartnerIn kann die einzelne Aussagen “spiegeln” und alles am Schluss zusammenfassen.

Wie es mir dabei insgesamt gegangen ist …

Was besonders schön war für mich …

Was schwierig war für mich …

Wofür ich mich bei dir bedanken möchte …

Worauf ich nächstes Mal mehr achten möchte …

Dann wechseln, der bisherige Empfänger wird zum Sender.

Schließen Sie diese Reflexion mit einem Kuss und einer liebevollen Umarmung ab.

 

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