Liebevolle Berührung

Es gibt viele Gelegenheiten, sich gegenseitig Gutes zu tun, indem Sie den Partner / die Partnerin einfach liebevoll angreifen, also aufmerksam, aber ohne erotische Absicht. Das hat viele positive Effekte, unter anderem:

  • Angenehme Berührung reduziert automatisch Spannungen im Körper
  • Angenehme Berührung stärkt die Verbindung zwischen den Partnern
  • Angenehme Berührung kann sowohl entspannen als auch aktivieren
  • Angenehme Berührung wirkt positiv sowohl auf die Gebenden als auch auf die Beschenkten

Für die meisten Paare sind Berührungen im Alltag ungewöhnlich, oft allein deshalb, weil sie es von den eigenen Eltern nie gesehen haben. Das heißt aber nicht, das Sie darauf verzichten müssen. Sie können aktiv geben oder auch um eine bestimmte Berührung bitten. Gehen Sie davon aus, dass einer von ihnen mehr Zugang zur körperlichen Nähe hat als der andere.

Anschließend einige besondere Vorschläge. Bitte fragen Sie immer, ob es gerade passt, wenn Sie nicht sicher sind, dass ihr Partner/Ihre Partnerin jetzt dafür offen ist. Auch während Ihrer gegenseitigen Behandlung sollten Sie immer wieder einmal fragen, ob es so passt.

Füsse massieren

Wenn Sie beisammen sitzen, dann nehmen Sie einen Fuß Ihres Partners bzw. Ihrer Partnerin in Ihre Hände und halten Sie ihn einfach. Das allein kann schon sehr angenehm sein.

Beginnen Sie dann mit Ihren Händen den Fuß zu massieren. Lassen Sie sich von Ihrer Intuition leiten. Sie können beispielsweise die Höhen und Tiefen der Fußsohle drücken, alle Zehen behandeln, über die Hügel und Täler des Fußrückens streichen, oder in die Ferse hineinspüren.

Wichtige Prinzipien: Langsam, bewusst, ohne Ziel, in Verbindung. Fragen Sie zwichendurch immer, ob es so passt.

Rücken kratzen oder streicheln

Im Rücken verlaufen sehr viele Energielinien, die in der östlichen Medizin Meridiane genannt werden. Im Alltag bauen sich dort oft Blockaden auf, die man selber oft gar nicht merkt. Wenn der Partner dann allerdings mit den Fingern oder den Fingernägeln von oben nach unten über den Rücken streicht, können sich diese Miniblockaden mit einem sehr wohligen Gefühl lösen.

Tipp: Besonders angenehm kann es sein, wenn Sie sich unbekleidet mit Ihren Vorderseiten zusammenlegen und sich gegenseitig den Rücken kratzen.

Den Kopf halten

Unsere Köpfe müssen den ganzen Tag so viel denken, dass sie oft richtig überfüllt oder auch leer sind. Einfach indem Sie den Kopf des Partners halten, kann sich ein Teil dieser Fehlspannung ausgleichen.

Die bzw. der Beschenkte legt sich dazu auf den Rücken so auf eine Unterlage, dass hinter dem Kopf Platz ist. Wenn Sie auf einem Sofa liegen, dann sollte hinter dem Kopf Platz sein für eine Sitzgelegenheit. Wählen Sie eine Platzierung, in der Sie sich beide angenehm entspannt fühlen können.

Halten Sie dann als Schenkender dann einfach den Kopf des Beschenkten in beiden Händen. Die Handflächen nebeneinander am Hinterkopf, die Fingerspitzen am Halsansatz. Sie müssen nichts tun, außer gut bei sich selbst zu sein. Atmen Sie entspannt. Wenn Sie glauben es passt, dann können Sie auch mit beiden Händen behutsam zu ihnen hin ziehen. Aber nur einige Millimeter. Bleiben Sie so einfach einige Minuten und entspannen Sie sich.

Holen Sie sich leise Rückmeldung, ob das so passt, oder ob der/die Beschenkte spürt, dass noch weitere Körperteile diese entspannende Berührung brauchen.

Dialog zur liebevollen Berührung

Gehen Sie in Gedanken diese Vorschläge noch einmal durch. Überlegen Sie, welche Übung Ihnen jetzt gut tun könnte. Setzen Sie sich dann gegenüber, schauen Sie einander in die Augen, lächeln Sie. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was mir gut tut, wenn du mich im Alltag angreifst, ist …

Nicht so angenehm ist mir, wenn du …

Was mir gut gefällt an den konkreten Vorschlägen …

Ich könnte mir beispielsweise vorstellen, dass ich / du …

Vielleicht ist es auch möglich …

Was ich dich auch bitten möchte …

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen. Probieren Sie anschließend eine der Vorschläge gleich aus.

Dialog nach den Berührungen

Nehmen Sie sich nach jeder Berührung Zeit, Ihre Erfahrungen auszutauschen. Das kann gleich anschließend sein, oder auch später einmal. Schauen Sie einander in die Augen, halten Sie sich bei den Händen. Dann beginnt eine/r zu sprechen, der andere spiegelt.

Was für mich sehr schön war  …

Besonders genossen habe ich, dass du …

Was ich selber als Schenkende/r gespürt habe …

Was ich das nächste Mal ausprobieren möchte …

Danke dass du so (z.B. behutsam, aufmerksam, …) zu mir warst!

Dann wechseln. Am Schluß diesen Dialog wieder mit einem Kuß und einer Umarmung abschließen.

 

Tipp für Ihre nächste Sitzung:   2.3  Die 4 magischen Momente des Tages