Die Verbindung stärken

Unbereinigte Streitigkeiten, Konflikte und Probleme haben einen besonders unangenehmen Nebeneffekt: Sie schwächen die Beziehung.

Durch das offensichtliche gegenseitige Nicht-Verstehen fühlt sich nämlich jeder der beiden nicht gehört, nicht wahrgenommen in seinen Bedürfnissen. Kurz gesagt: nicht geliebt. Dementsprechend zieht sich zumindest einer der beiden und dann oft auch der andere zurück. Der notwendige Fluß der Liebe beginnt auszutrocknen.

Schließlich leidet das Paar weniger wegen dem (oft sogar belanglosen) Konflikt, sondern auf Grund der entstehenden Lieblosigkeit. Diese wird umso schmerzhafter wahrgenommen, umso größer der Wunsch nach Zusammengehörigkeit eigentlich wäre.

Die Verbindung halten – gerade im Konflikt

Für die Liebe im Streit habe ich drei Empfehlungen für Sie:

  1. Fügen Sie Ihrer Partnerin / Ihrem Partner nicht unbedacht Verletzungen zu. Sagen und tun Sie nichts, was Sie später bereuen oder was lange im Gedächtnis bleiben wird.
  2. Halten Sie die Zeit des Konflikts so kurz wie möglich. Versöhnen Sie sich am Besten noch vor dem Schlafengehen. Über Sie das ruhig!
  3. Bleiben Sie sich auch bei einem längeren Konflikt körperlich nahe, auch wenn es schwierig erscheint. Der Körper hat seine eigene Intelligenz, die auf tiefer Ebene Verbindung schafft, auch in schweren Zeiten.

Dialog “Unsere Liebe im Konflikt bewahren”

Setzen Sie sich auf ihren ruhigen Ort. Vereinbaren Sie wieder, wer zuerst SenderIn und EmpfängerIn sein wird. Dann vervollständigt SenderIn die folgenden Satzanfänge. EmpfängerIn spiegelt (wiederholt) jede Aussage.

In diesem Dialog bitte keine Dramatik, keine Vorwürfe und keinen Streit!

  • Was ich schätze an dir, unabhängig von unseren Gegensätzen, ist …
  • Für mich ist sehr wichtig, dass wir uns auseinandersetzen, weil …
  • Wenn wir uns einmal nicht einigen können, dann ersuche ich dich in der folgenden Zeit darum …
  • Ich selber möchte mich ebenfalls bemühen …
  • Mein Ziel: Ich hoffe, dass wir dadurch beide …

Danach fasst EmpfängerIn alles zusammen, fragt nach, ob alles gut gehört wurde. SenderIn ergänzt wenn nötig. Dann wechseln.

Wenn die zweite Person fertig ist, wiederholt und gut gehört wurde, schließen Sie ab, am Besten mit einem angenehmen körpersprachlichen Signal. Einem freundlichen Blick, einer Umarmung, einem Kuss.

Ein nonverbales Signal vereinbaren

Vereinbaren Sie schon in Friedenszeiten – oder gleich jetzt – ein nonverbales Signal, das dem/der anderen anzeigt, dass Sie Frieden anbieten möchten. Das kann eine Geste sein, oder auch ein Gegenstand, den Sie in angespannten Situationen auf den Tisch stellen. Gehen Sie sorgsam damit um!

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