5) Liebevolle körperliche Nähe


Körperlich-emotionale Nähe bis hin zum Sex ist für die meisten Paare eine wesentliche Ebene der Verbundenheit. Gleichzeitig gibt es in keinem Lebensbereich soviel Druck, Rückzug, Streit und Frustration.

Das liegt daran, dass hier zwei Menschen mit meist unterschiedlichen Bedürfnissen aufeinander treffen, die sich im Laufe der Zeit und durch verschiedene Einflüsse zudem noch verändern. Sexualität in einer längeren Beziehung ist deshalb kein Leistungssport, sondern eine der höchsten Formen von Kooperation. Wenn wir in der Lage sind, uns immer wieder neugierig auf den Partner in den unterschiedlichen Phasen der Beziehung einzustellen, kann die Liebe lebendig bleiben.

Dialog: Unsere individuellen körperlichen Bedürfnisse
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Damit beide Partner körperliche Nähe schön erleben können, brauchen sie voneinander ein bestimmtes  Entgegenkommen und kooperatives Handeln. Dazu müssen sie sich gegenseitig nicht nur körperlich, sondern auf allen Ebenen sehr gut kennen.

Vervollständigen Sie als SenderIn die folgenden Satzanfänge. Lassen Sie sich Zeit, in sich hinein zu spüren. Spiegeln Sie als EmpfängerIn die Aussagen neugierig und entspannt.

  1. Wie es mit geht, wenn wir jetzt über dieses Thema reden …
  2. Was mir sehr gut tut, wenn wir uns nahe sind …
  3. Was mich manchmal daran hindert, mich dir ungeniert zu nähern …
  4. Was ich brauche, damit ich mich dir öffnen / dir nahe kommen kann …
  5. Was ich gerne mehr von dir erleben möchte …
  6. Was ich mir manchmal von mir selber wünsche …
  7. Ich möchte deshalb in der nächsten Zeit …

Fassen Sie als EmpfängerIn noch einmal alle Aussagen zusammen. Wenn Sie sich als SenderIn gut gehört gefühlt haben, wird gewechselt.

Wenn beide dran waren, bedanken Sie sich gegenseitig für die Offenheit und das gute Zuhören. Schließen Sie diesen Dialog mit einer wohltuenden Umarmung mit 7-10 Atemzügen in gutem Kontakt ab.

Umsetzung in die Praxis

Einigen Sie sich darauf, was Sie heute oder in der folgenden Woche ganz bewusst tun möchten. Nehmen Sie sich vor, besonders aufmerksam auf sich selbst zu sein und gleichzeitig so gut wie möglich auf den Partner einzugehen. Bleiben Sie aber entspannt, Blödeln und Lachen ist erlaubt. 😉

Gleich nach dem Dialog: Nachdem beide Sender und Empfänger waren, blicken Sie noch einmal zurück auf Ihr Gespräch (der Partner könnte Ihre Einschätzung als Übung spiegeln):
  1. Ich habe mich bei unserem Gespräch …. gefühlt.
  2. Was mir besonders gut getan hat, war …..
  3. Was für mich nicht so leicht war …..
  4. Worauf ich neugierig bin …
Nach einigen Tagen: Schätzen Sie ein, wie gut Sie vorankommen (der Partner könnte Ihre Einschätzung als Übung spiegeln):
  1. Ich bin sehr/weniger zufrieden mit der Umsetzung, weil …
  2. Was schön war mit dir …..
  3. Was für mich nicht so leicht ist …..
  4. Was ich mir wünsche für den Rest der Woche …

Empfehlungen für Ihre weitere Vorgangsweise: