Liebevolle Konsequenz

Wenn es sich um eine entscheidende Angelegenheit für die Beziehung handelt und wenn gute Gespräch nicht helfen, dann sollten Sie beginnen, an Konsequenzen zu denken.

Ich meine damit aber nicht dramatischen Drohungen wie “Dann lasse ich mich scheiden!” oder einen ultimativen Sex Streik, sondern um überschaubare, der Situation angemessene Handlungen.

Wir lernen am Meisten durch Konsequenzen

Manche Menschen (vor allem Männer) reagieren kaum auf Worte. Erst wenn sie bemerken, dass sich etwas Wichtiges verändert, dringen die Worte tief genug in ihr Bewusstsein.

Der unzufriedene Partner bemerkt dies aber nicht und nörgelt oder klagt viel zu lange. Dadurch staut sich die Unzufriedenheit auf, und wenn er oder sie dann handelt, gleicht das einer Explosion, die erst recht die Beziehung gefährdet.

Warten Sie also nicht so lange, bis Sie komplett sauer sind, sondern fragen Sie sich rechtzeitig, welche “sportliche” Konsequenz ihnen zur Verfügung steht, die eine Veränderung bringt und vor allem Sie selber aus der Frustration herausholt.

Beispielsweise hat eine Klientin ihrem Mann nur mehr jene Wäsche gewaschen, die er selber zur Schmutzwäsche gegeben hat. Alles was er herumliegen ließ, kam in eine Art Abfallsack, mit dem er tun konnte was er wollte.

Schützen Sie Ihre Liebe vor Ihrem eigenen Frust

Wenn bei wichtigen Themen das Reden nicht hilft, müssen Konsequenzen folgen. Sonst fühlen Sie sich bald als Opfer und werden depressiv oder aggressiv. Das tut Ihrer Liebe und Ihrer Beziehung nicht gut.

Machen Sie sich selber und auch Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin ganz deutlich klar, dass Sie dies nur tun, weil Sie ihn/sie lieben und weil Sie sonst so einen Zorn bekommen, der ihrer Liebe und ihnen beiden schadet.

Bitte rechtzeitig, solange Sie noch entspannt und freundlich sein können und Sie den/die PartnerIn noch lieben.

Warnen Sie den Partner / die Partnerin vor

Führen Sie noch einmal das Gespräch vom Beginn oder reden Sie noch einmal in aller Ruhe über Ihre Wünsche. Ersuchen Sie ihn/sie nochmals um das, was Ihnen wichtig ist.

Wenn sich das Gespräch wieder unergiebig entwickelt oder Versprechungen kommen, die wahrscheinlich nicht eingehalten werden, könnten Sie sagen:

“Ich habe mir etwas überlegt, weil ich so nicht mehr weiter machen will …”

“Ich werde jetzt immer dann, wenn du …”

“Was hältst du davon?”

Aus der letzten Frage darf sich ruhig ein Gespräch entwickeln, in dem deutlich wird, wie es dem anderen damit geht. Entscheiden Sie selbst, ob Sie einlenken wollen oder sagen:

“Es tut mir leid, aber mir ist das so wichtig. Ich möchte das in der nächsten Zeit so durchziehen.”

“Es wird auch für mich nicht leicht sein, aber ich tue das für unsere Beziehung, weil ich mag dich wirklich!”

Anerkennen sie das Bemühen

Handeln Sie nicht aus der Position des Beleidigten, sondern aus der Position des liebenden Partners bzw. Partnerin. Verhalten Sie sich deshalb im Alltag konsequent freundlich und kooperativ.

Vor allem: Sparen Sie nicht mit Ihrer Liebe, wenn sich der Partner bemüht oder einlenkt. 🙂

Warnung

Die obigen Hinweise gelten nicht, wenn Ihr Parter bzw. Partnerin oder Sie selbst unter einer psychischen Störung leiden. In diesem Fall benötigen Sie unbeingt fachliche Unterstützung.

Auch gravierende Probleme wie finanzielle oder sexuelle Untreue, Alkohol- oder Drogensucht, etc. brauchen Konsequenzen. Ich empfehle hier ebenfalls therapeutische Begleitung.

In angespannten Beziehungssituationen kann natürlich auch bei sehr überlegter Vorgangsweise daraus ein destruktives “Spiel” werden. Lassen Sie sich bei Schwierigkeiten beraten.

Möglichkeiten zu Ihrer Unterstützung: Nützen Sie kostenlos unser Forum für Erfahrungsaustausch, oder buchen Sie unsere kostenpflichtige Hotline. Vielleicht gibt es  auch Beratungsstellen für Paare in Ihrer Nähe?