Alle Ursachen der Überlastung herausarbeiten

Was Sie bei dieser Arbeit motivieren könnte, ist folgende Tatsache:

Für jede Situation gibt es meist auch zusätzliche oder andere, einfachere und effektivere Methoden damit umzugehen als jene, die man gerade verwendet. Man muss allerdings den Hebel genau am richtigen Punkt ansetzen und dann konsequent handeln.

Denken Sie deshalb daran: Oft sieht der Partner die Situation zu Recht von einer anderen Seite. Auch wenn Sie anderer Ansicht sind, reden Sie nicht gleich dagegen, sondern sehen Sie die Sicht des Partners als Bereicherung für ihre anschließende Lösungssuche!

Gemeinsame Problembeschreibung

Sehen Sie sich als Problemlöser. Setzen Sie sich in Ruhe zusammen, vielleicht mit einem guten Getränk. Machen Sie sich auch vorher schon Gedanken.

Wenn Sie nun ihre Gedanken austauschen, dann verwenden Sie eine Rollenteilung in Sender (jene Person die spricht) und  Empfänger (jene Person die zuhört), damit Sie nicht in eine Diskussion geraten. Der Sender bzw. die Senderin vollendet zunächst alle unten stehenden Satzanfänge, der Empfänger hört in Ruhe zu und notiert die Aussagen.

Achten Sie darauf, ob Sie offen und freundlich bleiben können. Wenn die Stimmung kippen sollte, machen Sie lieber eine Pause. Suchen Sie noch keine Lösungen, sondern beschreiben Sie zunächst nur Probleme und Ursachen aus Ihrer Sicht.

Beginnen Sie positiv: Was mir gerade jetzt an dir gefällt …

Beschreiben Sie zunächst ihre aktuellen Lebensumstände

Wir haben derzeit die Situation, dass …

Außerdem …

Das führt dazu …

Beschreiben Sie zunächst Ihre eigene Situation (möglichst ohne Dramatik)

Ich selber muss/bin derzeit …

Das bedeutet für mich …

Ich fühle mich deshalb oft …

Für mich wäre es wichtig …

Beschreiben Sie, was Ihnen am Partner/ an der Partnerin auffällt (ohne Vorwurf)

Was mir bei dir auffällt …

Was ich nicht gut finde …

Was ich aber gut verstehen kann … (ohne Unterton!)

Zusammenfassung

An dieser Stelle liest der/die zuhörende EmpfängerIn noch einmal alles vor, was er/sie sich aufgeschrieben hat. Der/die SenderIn kann bei Bedarf noch kurz ergänzen oder korrigieren, wenn er/sie etwas anders gemein hat.

Dann wechseln Sie und es geht mit vertauschten Rollen wieder von vorne los.

Am Ende haben Sie ihre jeweiligen Sichtweisen sachlich festgehalten. Prima.

Beschreiben Sie nun die Ursachen der Überlastung

In den meisten Fällen brauchen komplexe Situationen kein Patentrezept, sondern mehrere Teillösungen, die sich gegenseitig ergänzen. Bleiben Sie deshalb wieder in der Rollenteilung Sender und Empfänger, damit Sie sich nicht in Diskussionen verlieren.

Für mich heißt die Hauptursache meiner/deiner/unserer Überlastung …

Wir hätten nämlich kein Problem, wenn  …

Ich glaube, was auch noch mitspielt ist …

Verschärft wird die Sache durch …

Was ich auf jeden Fall erreichen möchte …

Der Empfänger schreibt wieder jede Aussage auf und fasst schließlich zusammen. „Habe ich dich gut gehört?“ Dann wird gewechselt und der bisherige Empfänger sagt nun seine/ihre Meinung zu den Punkten.

Verbinden Sie nun ihre Gedanken

Nützen Sie dabei das „Prinzip der Schriftlichkeit“: Schreiben Sie in gemeinsamer Abstimmung auf ein Blatt Papier, welche Sichtweisen jetzt ausgesprochen wurden.

Wichtig: Wählen Sie nur Formulierungen, denen sie beide zustimmen können! Sollten Sie etwas sehr unterschiedlich sehen, dann schreiben Sie eben beide Sichtweisen auf.

Unsere gemeinsame Ursachenbeschreibung

Zur Druckansicht

Wir könnten unser Problem ………….. nennen.

Ein zweites Problem liegt darin …

Außerdem belastet uns …

Gemeinsames Ziel: Was wir beide erreichen möchten  …

Wenn Sie das soweit gut geschafft haben: Prima!

Sie haben Ihre seelische Energie jetzt nicht im Streit vergeudet, sondern bereits eine wichtige sachliche Grundlage für die Lösung geschaffen: Ursachen erkannt – Gefahr (schon fast) gebannt!

Machen Sie zunächst einmal Pause. Behalten Sie Ihre gemeinsamen Ziele in Erinnerung, dann wird Ihnen vielleicht sogar Ihr Unterbewusstsein gute Lösungsideen eingeben.

Hier geht es weiter zur Lösungsfindung

Wenn Sie zu keinen gemeinsamer Definition gekommen sind: Auch gut!

Sie sind auf dem Weg, das ist wichtig. Vielleicht ist einfach zuviel Druck im System. Machen Sie zunächst eine Pause, unternehmen Sie etwas, helfen Sie sich gegenseitig.