Unser Tanz von Streit und Versöhnung

Sie haben vielleicht auch bereits gespürt, dass es in Ihrer Beziehungskrise sehr gegensätzliche Kräfte gibt, die in ihrem Zusammenspiel bestimmte Muster bilden.

Ähnlich wie in einem Theaterstück ergeben sich bestimmte Szenen, die typisch für Ihre Beziehung sind. Erlauben Sie sich, neue Muster auszuprobieren, wenn Sie mit den alten nicht weiterkommen.

Verbindende Kräfte: Wünsche nach Harmonie und Verbindung

Das Getrennt Sein verursacht in den Partnern normalerweise einen tiefen seelischen Schmerz, der durch eine Wiederverbindung mit dem Partner geheilt werden möchte.

Je schneller die Trennung aufgehoben kann, den der Konflikt verursacht hat, umso weniger tief graben sich Erinnerungsspuren in die Seele ein.

Treibende Kräfte: Wünsch nach Veränderung

Oft entsteht der Streit auf Grund einer Unzufriedenheit mit dem Partner. Man hat Angst, dass alles beim Alten bleibt, wenn man jetzt zu schnell nachgibt. Man denkt vielleicht: Dann war der Streit ganz umsonst.

Trennende Kräfte: Stolz, Zorn und Resignation

Wer sich verletzt fühlt, hat wenig Lust, mit dem Partner wieder gut zu sein. Viel eher will man Vergeltung für das, was einem angetan wurde. Deshalb kann gerade bei einem Versöhnungsversuch der Streit wieder heftig entflammen.

Zerstörerische Kräfte: Wut, Gewaltimpulse

Die innere Anspannung kann in einem Gespräch ein Ausmaß erreichen, in der sich ein Mensch schwer kontrollieren kann. Sollte dies bei Ihnen der Fall sein, ziehen Sie bitte unbedigt die Notbremse bevor etwas passiert. Hier dazu einige Empfehlungen.

Ein Teufelskreis kann entstehen

Das alles kann zu einer lang dauernden, unangenehmen Pattsituation führen, die für beide Teile sehr belastend ist. Wenn nämlich der eine bereit ist und sich einen Schritt nähert, befindet sich der andere vielleicht noch mitten in seinen negativen Gefühlen und ist nicht bereit. Daraufhin ist der erste erst recht wieder verletzt und zieht sich selber wieder zurück. Wenn  dann der andere kommt, ist der erste noch beleidigt, usw.

Unser Tanz von Streit und Versöhnung

Schätzen Sie ihren Tanz von Streit und Versöhnung ein, möglichst ohne inneren Vorwurf. Oft sind diese Szenen ja bekannt, aber auch wenn es das erste Mal wäre, sind die Muster meist leicht zu erkennen. Das Streitthema selbst ist bei diesem Tanz übrigens völlig unwichtig.

Besprechen Sie Ihren Beziehungstanz gemeinsam aus einer Beobachterperspektive. Also mit etwas Abstand und ohne zu streiten ? :

  • In welcher Situation kommt es zum Streit?
  • Wer von uns führt den ersten Angriff?
  • Wie reagiert der andere?
  • Wie geht es weiter?
  • Was passiert am Höhepunkt der Auseinandersetzung?
  • Wie reagiert der eine, wie der andere nach dem Streit? (Rückzug, weitere Angriffe, Weinen, Schweigen, …)
  • Wer scheint mehr zu leiden?
  • Wie geht der andere mit der Spannung um?
  • Wer macht üblicherweise den ersten Schritt aufeinander zu?
  • Wie reagiert der andere?
  • Was passiert dann?
  • Wodurch sind Sie endgültig versöhnt?

Wenn es Ihnen gelingt, das ganze Spiel mit etwas Abstand zu sehen, dann sind Sie schon einen großen Schritt weiter. Sie könnten Teile dieses Musters für die Versöhnung nützen, oder sich statt des üblichen Dramas auch etwas Neues einfallen lassen.

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