Körperliche Bedrohung

Hinweis: Sollte bedrohliche Gewalt in Ihrer Beziehung vorkommen, dann suchen Sie bitte unbedingt kompetente fachliche Hilfe, z.B. bei einer Gewalt Beratungsstelle. Bei akuter Bedrohung sollten Sie den Notruf wählen.

Unser archaischen Urahnen, die Tiere, können bei Gefahr auf instinktive Angriffs- und Verteidigungsmuster zugreifen: Drohgebärden zeigen, schreien, kratzen, beißen, zuschlagen oder böse Grimassen machen.

Wenn allerdings Menschen so agieren, dann ist dies meist ein Zeichen von Hilflosigkeit. Diese Person weiß jetzt keine andere Lösung, um mit den eigenen Spannungen umzugehen, als dieses Verhalten.

Dummerweise fühlt man sich dabei kurzfristig sogar sehr stark, weil alle unsere Kampfhormone aktiviert werden. Das Bedauern kommt erst nachher.

Die beste Lösungsstrategie

Zunächst muss alles getan werden, um kritische Situationen zu beruhigen. Das ist schwierig, wenn beide aufgeregt sind und sich oft unbewusst gegenseitig reizen.

  • Deshalb vorher bereits STOP-Signale vereinbaren, denen beide zustimmen
  • Das Gespräch unterbrechen, sich ablenken, Bewegung machen
  • Das zugrunde liegende Problem lösen, wenn notwenig mit fachlicher Hilfe

Wenn Sie sich überflutet fühlen: Abstand

Menschen können derart von ihren inneren Kampfhormonen überflutet werden, dass sie sich selbst nicht mehr abbremsen können.

Wenn Sie das bei sich selbst bemerken, gehen Sie bitte auf Abstand! Gehen Sie aber nicht einfach weg, sondern sagen Sie:

  1. “Ich gehe jetzt eine Runde (oder was immer).
  2. Ich bin wieder zurück um ca. …”

Als Partner lassen Sie bitte dem anderen die Freiheit, zu flüchten. Gerade Männer brauchen einen Ausweg als Schutz vor dem eigenen Gewaltpotenzial.

Nach dem Streit

Es kann passieren, dass der Streit ist dennoch eskaliert. Wenn Sie beisammen bleiben möchten, dann  bleibt ihnen nichts anderes übrig, wieder zueinander zu finden. Wenn Sie dazu noch nicht bereit sein sollten, dann vereinbaren Sie einen Termin zum Weiterreden. Sorgen Sie in der Zwischenzeit jeder gut für sich – siehe auch “Inneres Gleichgewicht wieder finden”.

  1. Entschuldigen Sie sich: “Es tut mir wirklich leid, dass ich …”
  2. Nehmen Sie als Partner die Entschuldigung möglichst an. Entschuldigen Sie sich für Ihren Beitrag zur Eskalation.
  3. Versuchen Sie beide, die wesentlichen Auslöser für die Eskalation zu erkennen.
  4. Vereinbaren Sie, wie sie das nächste Mal rechtzeitig stoppen können (siehe oben)
  5. Überlegen Sie, wie sie zu einer gemeinsamen Problemlösung kommen können, um die Spannung in der Beziehung zu reduzieren. Beispielsweise mit den anderen hier beschriebenen Lösungswegen.
  6. Verbinden Sie sich auch wieder körperlich. Umarmen Sie sich, gehen Sie miteinander ins Bett, …