Empfehlungen zur Gesprächsführung

Schauen Sie sich nun gemeinsam die Ergebnisse an. Wenn es Ihnen derzeit sehr gut geht miteinander, werden Sie sich vielleicht zusammenkuscheln und sich auf die Einschätzungen des anderen freuen. Wenn es Ihnen im Moment nicht so gut geht, dann werden Sie wahrscheinlich vorsichtiger miteinander sein. Ich möchte Sie gerade in so einem Fall dazu motivieren, sich in dieser Situation als Freunde oder Teampartner zu sehen, die sich beherzt mit der eben derzeit herrschenden Realität auseinandersetzen wollen.

Zuhören statt diskutieren

Wenn einer der Partner seine Einschätzungen vorliest, hören Sie als der andere neugierig zu. Sie erfahren gerade sehr viel aus der Erlebniswelt des anderen, wie er/sie bestimmte Elemente der Beziehung wahrnimmt. Bitte beißen Sie sich eher auf die Zunge, als dass Sie sich dazu hinreißen lassen, die Einschätzungen anzugreifen oder abzuwerten.

Natürlich können Sie nachfragen, auf Grund welcher Umstände oder Verhaltensweise Ihr Partner / Ihre Partnerin zu einer bestimmten Einschätzung kommt. Fragen Sie aber nur, um besser zu verstehen.

Dasselbe gilt natürlich für die Sprecherin bzw. den Sprecher. Drücken Sie Ihre Einschätzungen sachlich aus. Denken Sie daran, dass Probleme in einer Beziehung immer mit beiden Partnern zu tun haben, auch wenn man den eigenen Anteil oft schwer erkennen kann. Sie könnten aber an eigenen heftigen Emotionen erahnen, wieviel eigener Anteil gerade mitschwingt.

Deshalb noch einmal: Seien Sie gutmütig und freundlich mit sich selber und Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin. Nur so kommen Sie gemeinsam auf ihre “Expertenebene”, von der aus Sie die Entwicklungsmöglichkeiten in Ihrer Beziehung erkennen können.

Tipp: Sollte es Ihnen sehr schwer fallen im Gespräch sachlich und entspannt zu bleiben, dann schauen Sie sich doch die Programme und die informativen Videos auf Paarseminar-Daheim an!

Empfehlung bei starken Gegensätzen

Achtung: Je unterschiedlicher Sie eine Sache sehen oder bewerten, umso eher besteht die Gefahr, in Streit zu geraten! Wahrscheinlich ist es ein Thema, das schön öfter ohne Erfolg diskutiert wurde. Oder der Partner / die Partnerin spürt einen starken inneren Widerstand oder sieht sich nicht in der Lage, hier etwas zu verbessern.

Wenn Sie hier einfach Druck machen oder emotional werden würden, dann erreichen Sie höchstwahrscheinlich das Gegenteil oder denselben Stillstand wie bisher. Gehen Sie davon aus, dass es innere Hindernisse gibt, die Sie beide noch nicht tief genug verstanden haben. Oder Sie haben bisher noch nicht die richtige Methode gefunden, so sehr Sie sich vielleicht auch bemüht haben.

Allerdings: Sollte Sucht, Alkoholmissbrauch oder Gewalt im Spiel sein, dann zögern Sie bitte nicht, entsprechende Beratungsstellen aufzusuchen.