Auswertung Ihrer Ergebnisse

Grundprinzipien bei der Auswertung

Zur Auswertung betrachten Sie Ihren Fragebogen unter zwei Gesichtspunkten: Nach dem Durchschnitt der Ergebnisse und nach den wesentlichen Einzelergebnissen. Lesen Sie diese Seite gemeinsam durch (oder einer liest vor) und arbeiten Sie miteinander die für Sie passende Empfehlung heraus.

Durchschnitt der Ergebnisse

Schauen Sie zunächst einfach auf Ihr Arbeitsblatt: Wenn sich Ihre Markierungen hauptsächlich rechts von der Mitte befinden, dann werden Sie höchstwahrscheinlich mit Ihrer Beziehung sehr zufrieden sein. Offensichtlich treffen viele wesentliche Beziehungsqualitäten auf ihre Beziehung oft oder fast immer zu.

Wenn Sie öfter links von der Mitte markiert haben, dann dürften Sie zumindest subjektiv das Gefühl haben, dass Ihrer Beziehung etwas Wesentliches fehlt. Möglicherweise sind Sie in einer realen Beziehungskrise oder Ihre Liebe wurde von unangenehmen Ereignissen überdeckt.

Lassen Sie sich aber nicht entmutigen, sondern beachten Sie unsere Vorschläge weiter unten. Filtern Sie bei den Einzelergebnissen gemeinsam 2 – 3 wesentliche Ansatzpunkte heraus, um damit eine Wende einzuleiten.

Auffallende Einzelergebnisse

Wichtiger als das durchschnittliche Ergebnis sind einzelne Erfolgsfaktoren die in den Zeilen deutlich werden. Dabei kommt es darauf an, wie wichtig etwas für Sie beide ist. Beispielsweise kann ein bestimmter Erfolgsfaktor (z.B. Erotik) bei ihnen zwar kaum vorkommen, wenn es für Sie beide aber nicht wesentlich ist, dann ist es auch kein Problem in der Beziehung. Wenn Sie möchten, dann können Sie den Fragebogen noch einmal durchgehen und jene Zeilen markieren, die Ihnen besonders wichtig oder unwichtig sind. Damit gewichten Sie die Ergebnisse zusätzlich.

Andererseits können Sie durchschnittlich sehr gute Ergebnisse haben, wenn aber ein einzelner für Sie sehr wichtiger Erfolgsfaktor kaum vorhanden ist, dann kann dies Ihre ganze Beziehungszufriedenheit empfindlich stören und Spannungen verursachen.

Empfehlungen entsprechend Ihrer Ergebnisse

Die Stärken würdigen

Wenn Sie beim Blick auf den Fragebogen viele Stärken erkennen können, dann kommen Sie automatisch in Feierlaune. Aber gerade wenn so manche Markierungen auf der linken, nicht so zufriedenstellenden Hälfte des Fragebogens zu finden sind: Vergessen Sie nicht auf die positiven Seiten! Sonst passiert es Ihnen, dass einzelne negative Punkte ihr ganzes Miteinander verdunkeln und ihre Beziehung insgesamt in einer Negativspirale nach unten ziehen.

Hier einige Strategien für typische Ergebnisse:

Situation 1: Sie haben sehr gute Ergebnisse und schätzen die Dinge ähnlich ein

Wenn sich fast alle Ihre Ergebnisse auf der rechten Seite befinden, dann sollten Sie sich zunächst gegenseitig bedanken für all das, was zu den guten Bewertungen geführt hat. Bringen Sie ruhig zum Ausdruck, wie froh Sie für all das sind, was der Partner / die Partnerin einbringt und wie sehr Sie ihn/sie dafür schätzen.

Darüber hinaus können Sie gemeinsam überlegen, ob es selbst bei den guten Ergebnissen noch etwas gibt, was Sie manchmal beschäftigt und das Sie sich genauer anschauen möchten. Unten finden Sie Tipps, wie Entwicklungspotenziale gehoben werden können.

Situation 2: Sie schätzen manches anders ein als der Partner/die Partnerin

Das kann bedeuten, dass Sie in Bezug auf bestimmte Themen unterschiedliche Erwartungen aneinander haben. Diskutieren sie nun nicht darüber, wer Recht hat, sondern interessieren Sie sich dafür, woran Sie bzw. der Partner/ die Partnerin den Unterschied zwischen SCHLECHT und BESSER, oder GUT und SEHR GUT erkennen würden. Beginnen Sie dann in kleinen Schritten mit dem Thema zu experimentieren und versuchen Sie, den Wunschzustand hin und wieder zu erreichen.

Situation 3: Sie haben eher durchschnittliche Ergebnisse und sehen beide die Sache ähnlich

Möglicherweise sind Sie in Ihrer derzeitigen Situation überlastet, oder es gibt ein anderes Problem, das gelöst werden sollte. Brechen Sie nichts übers Knie, lassen Sie sich Zeit! Oft muss man durch eine schwierige Situation einfach durchtauchen.

Fragen Sie sich aber gemeinsam, mit welchen Maßnahmen Sie zumindest einen Schritt in die positive Richtung bewerkstelligen könnten. Identifizieren Sie dazu 2-3 Punkte und beginnen Sie daran zu arbeiten. Beachten Sie auch die Tipps zu den Entwicklungspotenzialen weiter unten.

Situation 4: Ihr Ergebnis ist besorgniserregend unbefriedigend

Möglicherweise sind Sie schon länger unzufrieden und haben sich voneinander zurückgezogen oder streiten immer wieder ohne Ergebnis. Das bedeutet meist, dass Sie bis jetzt trotz aller Bemühung einen falschen Weg gewählt haben, um Ihre Gegensätze zu verbinden und Ihre Beziehung wieder auf Schwung zu bringen.

Die größte Gefahr in dieser Situation ist die Resignation. Sie brauchen jetzt das Gegenteil, nämlich konsequentes Handeln zu Gunsten Ihrer Beziehung (sie unten).

Heben Sie Ihre Entwicklungspotenziale

Unter Entwicklungspotenzialen verstehen wir die guten Kräfte, die hinter den Problemen verborgen sind. Durch Streit und Stillstand werden diese guten Kräfte gebunden, durch lösungsorientiertes Handeln befreit. Die Problemstellungen und auch die Entwicklungsmöglichkeiten sind so vielfältig, dass hier nur einige Anregungen gegeben werden können. Gehen Sie aber davon aus, dass Sie fast alles erreichen können, wenn sie sich einigen und gemeinsam auf den Weg machen!

1) Versuchen Sie sich gegenseitig tiefer zu verstehen

Wenn Sie in der “verstehenden” Gesprächsführung nicht geübt sind, dann finden Sie hier auf www.paarseminar-daheim.at dazu gute Programme. Manchmal braucht man auch den sicheren Rahmen einer Paartherapie um besonders heikle Themen befriedigend besprechen zu können.

2) Kommen Sie sich gegenseitig entgegen

Definieren Sie kleine Schritte, die für jeden von ihnen machbar sind, und beginnen Sie sich aufeinander zuzubewegen. Dadurch kommen Sie aus der Erstarrung ihrer Gegensätze heraus und finden leichter zueinander.

3) Interessieren sie sich für ihre Probleme

Auch wenn Sie noch keine ideale Lösung gefunden haben, bleiben Sie an Ihren Themen dran! Alle im Fragebogen angesprochenen Themen sind zutiefst menschlich, praktisch alle Paare ringen mehr oder weniger damit. Dementsprechend gibt es darüber auch viel zu lesen, zu hören oder auch in Veranstaltungen zu erleben. Bleiben sie offen dafür!

4) Lassen Sie sich helfen

Selber tut man sich oft schwer, aus einer verfahrenen Situation heraus zu kommen. Auch Gespräche mit FreudInnen bringen meist nicht weiter, weil sie es meist als vorrangige Aufgabe sehen, den Freund bzw. die Freundin zu unterstützen. Professionelle Paartherapeuten (nicht einfach Psychotherapeuten) kennen die Besonderheiten von Beziehungen und sind neutral genug, um sich nicht in den Teufelskreis hineinziehen zu lassen. Natürlich sollten sie beide zur Sitzung kommen.

5) Nützen Sie alle möglichen positiven Impulse für die Beziehung

Das kann einfach bedeuten, sich einmal nur Zeit zu Zweit zu gönnen. Kaufen Sie das Buch, das Ihnen in die Augen springt. Gehen Sie zu einem Vortrag oder besuchen Sie gemeinsam ein Seminar zu Beziehungsthemen. Oder buchen Sie eines unserer Programme auf Paarseminar-Daheim und arbeiten Sie es konsequent bis zum Ende durch.