Senden und Empfangen

Professionelle Kommunikation

In der alltäglichen Kommunikation reagiert der eine Gesprächspartner auf den anderen sehr spontan, oftmals ohne genau hinzuhören. Bei unkomplizierten Themen kann das sehr unterhaltsam sein. Kritisch wird es allerdings, wenn bei heiklen Themen “ein Wort das andere” ergibt. Dann landet man nämlich schnell in einer heftigen Auseinandersetzung, in der man zwangsläufig aneinander vorbei redet.

In wichtigen Gesprächen ist es deshalb klug, wie Profis miteinander zu kommunizieren. Im Imago Dialog ist das oberste Ziel, den anderen richtig zu verstehen und auch selber richtig verstanden zu werden. Das passiert aber nicht von selbst, sondern verlangt neben einer sinnvollen Struktur auch Disziplin und Konzentration.

Rollenverteilung: SenderIn und EmpfängerIn

Wesentlichste Voraussetzung für eine sichere Kommunikation ist die Vereinbarung der Rollen “Senden” und “Empfangen”. Das heißt, dass zunächst einer der Gesprächspartner für eine bestimmte Zeit sendet, also seine bzw. ihre Sicht darstellen kann, während der andere mit einer bestimmten Gesprächstechnik “empfängt”, also aufmerksam zuhört. Später wird gewechselt.

Diese Methode nimmt viel Druck aus dem Gespräch, weil man nicht mehr um das Wort oder den Sieg kämpfen muss. Es geht einfach darum, sich gegenseitig gut zu verstehen.

Empfehlungen für SenderIn

Damit Sie mit Ihren Ausführungen bei EmpfängerIn gut und sicher ankommen, habe ich einige praktische Tipps für Sie:

Reden Sie nicht einfach drauf los. Vereinbaren Sie mit dem Partner einen Zeitpunkt, der für Sie beide gut passt, und an dem sie in Ruhe miteinander reden können.

Was ist Ihr Anliegen mit diesem Gespräch? Teilen Sie EmpfängerIn mit, worüber sie reden möchten und was Sie mit diesem Dialog erreichen möchten.

Bleiben Sie sachlich. Was ist mir wichtig, dir zu sagen? Was ist meine individuelle Wahrheit? Was fällt mir auf? Was denke ich mir? Wie  geht es mir bei diesem Thema?

Dramatisieren Sie nicht allzu sehr. Machen Sie sich klar, dass Sie besser ankommen, wenn Sie ohne Übertreibungen oder Abwertungen und in halbwegs normalem Tonfall kommunizieren.

Machen Sie nach einigen Sätzen immer eine kleine Pause. Dadurch kann EmpfängerIn besser mitdenken und Ihre Aussagen genauer „spiegeln“. Versuchen Sie nicht, den Empfänger durch die Menge Ihrer Worte zu „über-reden“! 

 Empfehlungen für EmpfängerIn

Als Empfänger stehen Sie vor der Herausforderung, sich ganz auf den Partner einzustellen. Dazu müssen sie Ihre eigene Wahrheit zum Thema zunächst zurück stellen. Sparen Sie sich Ihre Kommentare für später auf, wenn Sie selber SenderIn sind.

Denken Sie daran: Es geht bei diesem Dialog überhaupt nicht darum, Recht zu haben. Sondern darum, genauer und tiefer zu verstehen, was der Partner zum Thema denkt und wie seine/ihre Wahrheit aussieht. Erst viel später geht es um Lösungen.

Gesprächstechniken für EmpfängerIn

Als SenderIn hat man es verhältnismäßig leicht, denn man braucht eigentlich “nur” darauf achten, EmpfängerIn nicht allzu sehr zu überfordern. Als EmpfängerIn stehen Sie vor einer viel größeren Herausforderung: Sie sollen einerseits gut zuhören, und zudem auch spezielle Methoden anwenden, die ein besseres Zuhören und ein tieferes Verständnis erst ermöglichen.

Unter Überblick 3.0 werden diese besonderen Techniken jeweils genau erklärt:

1) Spiegeln

2) Zusammenfassen

3) Verstehen

4) Einfühlen

5) Körpersprachlich abschließen