Rollenverteilung SenderIn und EmpfängerIn

SenderIn und EmpfängerIn

Vereinbaren Sie, dass Sie jeweils für einige Zeit in der Rolle des Sprechenden (SenderIn) bzw. in der Rolle des Zuhörenden (Empfängerin) bleiben. Solange bis der Sender alles gesagt hat, was er zu sagen hat, im Idealfall einige wesentliche Sätze, maximal für eine Viertelstunde.

Als Zuhörende/r bzw. „Empfänger“ hören Sie aktiv zu, was der Sender zu sagen hat, Sie „spiegeln“ nach jeder Kernaussage das Gehörte. Das heißt nichts anderes, als dass Sie die Aussagen des Senders wiederholen. So stellen Sie sicher, dass Sie alles gut gehört haben und vor allem, dass Sie nicht sofort in innere Argumentationen abschweifen.

Wenn der Sender alles gesagt hat, fasst Empfänger noch alles zusammen und fragt: „Habe ich dich gut gehört?“ Wenn etwas Wichtiges anders gemeint war, sagt Sender wie er es gesagt/gemeint hat.

Dann sagt der bisherige Empfänger seine Gedanken, der bisherige Sender spiegelt etc.

Empfehlungen für den Sender bzw. die Senderin

Sie können sehr viel dazu beitragen, dass sich das Gespräch gut entwickelt. Verzichten Sie auf Vorwürfe, provozieren und übertreiben Sie nicht, sondern beschreiben Sie Ihre Meinung, Ihre Sichtweisen, Wünsche und Bedürfnisse möglichst sachlich. Werden Sie vor allem nicht penetrant, wenn Sie Widerstand spüren. Versuchen Sie nicht, den Partner/die Partnerin durch emotionale Dramatik, Lautstärke oder durch die Menge der Argumente zu überzeugen.

Machen Sie sich bewusst, dass es in Ihren Gesprächen nicht darum gehen kann, den anderen mit Druck zu verändern.  Beschreiben Sie einfach Ihre Wahrheit, Ihre Sichtweisen und Befindlichkeiten. Entspannen Sie sich dabei so gut wie möglich. Überrollen Sie den Zuhörer nicht, sondern machen Sie Pausen, damit der Partner „spiegeln“ kann.

Beispiel für ein Gespräch mit „Ich-Botschaften“

  • Was mir aufgefallen ist …
  • Was ich mir dann denke …
  • Das Gefühl, das dann bei mir entsteht …
  • Dann würde ich am Liebsten …
  • Meine Bitte an dich ist deshalb …

Der Partner bzw. die Partnerin hört gut zu und wiederholt die Aussagen. Später wird er/sie sich in dieser Form zum selben Thema äußern. Versuchen Sie einander wirklich zu verstehen. Später werden Sie daran arbeiten, vom Problem zu einer guten Lösung zu kommen.

Empfehlungen für den Empfänger bzw. die Empfängerin

Die größte Herausforderung für den Empfänger liegt darin, nicht „reaktiv“ zu werden, wenn der Sender etwas sagt, was nicht der eigenen Sichtweise entspricht. Wahrscheinlich spüren Sie dann den Impuls, dagegen zu reden oder wollen gar nicht hören, was der/die andere sagt. Damit landen Sie zwangsläufig wieder in der üblichen Streiterei.

Bleiben Sie deshalb entspannt, atmen Sie gut und machen Sie sich klar: Das ist deine Wahrheit, und meine Aufgabe in diesem bewussten Gespräch ist nur, sie gut zu hören und zu spiegeln.

Hier kommen Sie zu einer Übung dieser Gesprächsform

Das Ergebnis ist Entspannung

Wenn Sie sich gegenseitig gut zugehört haben, dann führt dies oft automatisch zu einer Entspannung, und diese Entspannung erleichtert das gegenseitige Entgegenkommen.

Wenn am Schluss zwei unterschiedliche Sichtweisen im Raum stehen, die sich noch nicht verbinden lassen, dann ist das völlig ok, wenn Sie sich gegenseitig nur gut zugehört haben.

Jetzt haben Sie sich wahrscheinlich eine Pause verdient. ? Gehen Sie mit Ihren Erkenntnissen und Unterschieden später weiter in den Lösungsprozess.