Imago Dialog mit Kindern

Beim Imago Dialog geht es einfach darum, sich in guten oder schwierigen Momenten ganz genau auf das Kind einzuschwingen und mit ihm in Verbindung zu kommen. Das gelingt am Besten, wenn Sie Ihre eigene Dominanz zurücknehmen und statt dessen das Kind in den Mittelpunkt Ihrer Aufmerksamkeit stellen.

1) Spiegeln – immer, immer wieder!

Ein Kind braucht für seine gesunde Entwicklung immer wieder ein “gesehen und gehört werden”. Dazu “spiegeln” wir zurück, was wir vom Kind aufnehmen. Beim Säugling sind das einfache Töne, in späteren Jahren Worte und Sätze. Ganz wichtig ist dabei ein entspannter Blickkontakt und auch die Qualität des Ausdrucks, in dem Worte und Töne wiedergegeben werden.

“Ich habe gehört, du …”
“Du sagst …    Habe ich das richtig gehört?

2) Verstehen

Wenn wir uns bemühen, unser Kind zu verstehen, dann vermitteln wir ihm damit, dass das was es sagt, fühlt oder tut, einen Wert hat. Wir setzen dabei unseren eigenen Bezugsrahmen zur Seite und anerkennen die Realität und die Logik des Kindes. Es bedeutet nicht, dass wir zustimmen, sondern nachvollziehen können, wie es eine Sache erlebt.

“Das kann ich gut verstehen …”
“Ich kann wirklich verstehen, dass du … möchtest”

3) Einfühlen

Wenn wir unserem Kind vermitteln, dass wir nachfühlen können, was es fühlt, tragen wir entscheidend dazu bei, seine emotionale Selbstwahrnehmung zu entwickeln. Wenn wir uns in die Position des Kindes hineinversetzen und das auch ausdrücken, wird sich das Kind verstanden und verbunden fühlen. Es hat aber auch die Möglichkeit, sein Empfinden genauer zu beschreiben, wenn Sie es nicht genau getroffen haben. Das fördert das gegenseitige Verstehen und die Verbindung.

“Ich kann mir vorstellen, dass du dich … fühlst”
“Das war wahrscheinlich … für dich!”

Übung mit dem Partner bzw. der Partnerin

Üben Sie zunächst an einem Beispiel, das Sie selbst in der letzten Zeit mit Ihrem Kind erlebt haben. Einer von Ihnen versetzt sich ins Kind und drückt sich genau so aus. Der/die andere geht in die Rolle des Elternteils und spielt den Imago Dialog mit obigen Schritten durch.

Anschließend tauschen Sie Ihre Erfahrungen aus. sowohl als Elternteil als auch als Kind:

Wie war das jetzt für dich?

Was ist mir gut gelungen?

Wobei habe ich mich noch nicht gut gefühlt?

Was könnte ich als Elternteil besser machen?

Welche Fragen tauchen auf bei mir?

Wenn Unsicherheit oder Skepsis auftaucht, hören Sie sich noch einmal das Video dazu an. Üben Sie noch einmal an einem anderen Thema und versuchen Sie alles noch persönlicher und deutlicher auszudrücken.

Übung mit Ihrem Kind bzw. Ihren Kindern

Nützen Sie in den nächsten Tagen alle möglichen Gelegenheiten mit Kind oder Partner, um die Elemente dieses Dialogs auszuprobieren und Ihre persönliche, authentische Art zu finden, den Imago Dialog anzuwenden.

Nach einigen Tagen tauschen Sie Ihre Erfahrungen wieder aus.

Was ist mir gut gelungen?

Was ist mir aufgefallen?

Was möchte ich noch besser lernen?

Welche Fragen sind noch offen?

Tipp: Trainieren Sie auch mit anderen Menschen! Der Imago Dialog ist ein hervorragendes Trainingsinstrument, um Ihre Emotionale Intelligenz, also Ihre Fähigkeit sich gut auf andere Menschen einzustellen, sowohl privat als auch beruflich zu steigern.

 

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