4-7 Jahre: Phase der Kompetenz

„Ich kann es“

In dieser Phase versucht das Kind zu lernen, wie man motorische und andere Probleme löst. Es bemüht sich sehr und lernt gleichzeitig von Eltern, Geschwistern und anderen Menschen. Es möchte Dinge selbst machen und setzt viel Energie daran, erfolgreich zu sein und das auch stolz zu zeigen. Es sucht die Aufmerksamkeit des gegengeschlechtlichen Elternteils und rivalisiert oft mit dem gleichgeschlechtlichen.

In einer förderlichen Umgebung entwickelt das Kind …

> Das Selbstvertrauen, etwas lernen und schaffen zu können

> Ein realistisches Gefühl für eigene Grenzen, ohne aufzugeben

> Die Fähigkeit, mit anderen zu kooperieren

Was das Kind in dieser Phase braucht:

Für die gesunde Entwicklung des Kindes braucht es folgende Formen von Sicherheit, Unterstützung und Struktur:

Sicherheit und Unterstützung

  • Viel Lob, auch für das Bemühen
  • klare gut verständliche Anleitung
  • Ermutigung bei Misserfolg und zum wieder Versuchen
  • Genaues Spiegeln statt Bewertung

Struktur

  • Lernfelder schaffen, in denen sich das Kind
    körperlich und geistig erproben kann
  • Entspannte Beziehung zum Kind (es rivalisiert eventuell)
  • Guten Umgang mit Autorität vermitteln
  • Selber mit Erfolg und Misserfolg gut umgehen
  • Eine gute Verbindung zum Partner bzw. Partnerin, damit das Kind seine Liebe zeigen kann, ohne zum “besseren” Partner bzw. Partnerin zu werden

Verletzungspotenzial und späteres Verhalten als Eltern

Nicht gesehen werden:  Wenn das Kind erlebt, dass es in seinen Bemühungen nicht gesehen oder nicht sensibel genug unterstützt wird, kann es sein, dass es schnell aufgibt. Es wird vielleicht zu einem Erwachsenen heranwachsen, der Leistung ablehnt und sich schwer tut, die Erfolge anderer anzuerkennen. Später als Elternteil wird er/sie dem Kind dementsprechend signalisieren, sich am Besten nicht anzustrengen. Bei Misserfolgen des Kindes wird er/sie den Grund bei anderen Personen oder äußeren Umständen suchen.

Zu hart fordern: Wenn das Kind in dieser Phase sehr hart kritisiert wird und nur das Beste genug war, kann es zu einem Erwachsenen werden, der später seine eigene Leistung genauso hart und erbarmungslos kritisiert. Es wird schwer sein, mit ihm/ihr zusammen zu arbeiten. Das bekommt später auch wieder das Kind zu spüren. Es bekommt wenig konkrete Hilfe und wird nur gelobt, wenn es Erfolg hat, und zwar nur in einer Richtung, die auch dem Elternteil wichtig ist. Oft setzt er/sie Wissen und Fähigkeiten voraus, die das Kind in dieser Phase noch gar nicht haben kann.

Selbstreflexion

Überlegen Sie entweder allein, oder noch besser mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin:

Was uns/mir/dir mit unserem Kind gut gelingt (bzw. gelungen ist)  …

Was wir vielleicht besser machen könnten …

Wenn ich mit einem Kind zu tun habe, das seine Herausforderungen selbständig schaffen will, dann fällt mir bei mir auf …

Wenn ich sehe dass mein Kind etwas versucht und scheitert, oder wenn ich sehe, dass es etwas schafft, dann fühle ich mich …

 

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