3-4 Jahre: Phase der Identität

„Ich bin Ich“

In dieser Phase beschäftigt Ihr Kind die Frage “Wer bin ich?” Das kann es nur herausfinden, wenn es verschiedene Möglichkeiten ausprobiert. Deshalb experimentiert es mit allen möglichen Rollen, mit angenehmen und unangenehmen Ausdrucksweisen, die es erlebt oder phantasiert. Es probiert aus, wie es und was es alles sein könnte. In einer förderlichen Umgebung entwickelt das Kind …

> Ein sicheres Gefühl für sich selbst

> Selbstbewusstes Auftreten

> Kreativität und eine lebhafte Phantasie

Was das Kind in dieser Phase braucht:

Für die gesunde Entwicklung des Kindes braucht es folgende Formen von Sicherheit, Unterstützung und Struktur:

Sicherheit und Unterstützung

  • Eine entspannte, interessierte Sicht auf das Kind
  • Ermunterung zur Phantasie und Vorstellungskraft
  • Gelegenheit und Umstände zum einfallsreichen Spielen schaffen
  • Dem Kind durch wertschätzendes Spiegeln zeigen, dass es “gesehen wird”  “Aha, du bist jetzt …”
  • Nachfragen, wie es sich gerade fühlt in einer bestimmten Rolle

Struktur

  • Selbst gute Vorbilder für ein angenehmes Miteinander sein
  • Angemessene Formen des Selbstausdrucks lehren
  • Sensibel Grenzen setzen, wenn das Kind übertreibt oder wenn Schaden droht

Verletzungspotenzial und späteres Verhalten als Eltern

Nicht wahrgenommen werden:  Ein Kind braucht in dieser Phase den Spiegel der Erwachsenen, um sich selber zu erkennen. Wenn es keine Resonanz erlebt, entsteht ein unklares Bild von sich selbst, mit sehr viel Unsicherheit, was es wirklich will oder fühlt.

Dementsprechend hat es auch als Elternteil Angst, falsch zu reagieren oder die Liebe des Kindes zu verlieren wenn es etwas falsch macht. Diese Unsicherheit des Elternteils kann das Kind dazu verleiten, in der Familie die dominante Rolle einzunehmen.

Strenges Bewerten: Wenn ein Kind von seinen Eltern in dieser Phase viel kritisiert, bewertet und zurechtgewiesen wird, bleibt ihm oft nur die Möglichkeit, entweder unterzugehen oder sich anzupassen.

Wenn es nicht zum verunsicherten Erwachsenen wird, kann es später zu einem/einer genau so harten und starren Elterteil werden, der auch seinem eigenen Kind wenig Spielraum lässt.

Selbstreflexion

Überlegen Sie entweder allein, oder noch besser mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin:

Was uns/mir/dir mit unserem Kind gut gelingt (bzw. gelungen ist)  …

Was wir vielleicht besser machen könnten …

Wenn ich mit einem Kind zu tun habe, das alle möglichen Rollen ausprobiert, dann fällt mir bei mir auf …

Wenn mein Kind mit Aggressivität und anderen heiklen Ausdrucksweisen experimentiert, dann fühle ich mich …

Hier noch etwas zum Schmunzeln

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