7-12 Jahre: Phase der Freundschaft

„Ich gehöre dazu“

In dieser Phase muss sich das Kind nun ohne die Unterstützung der Eltern in der Schule und anderen Lebensbereichen bewähren. Dabei kommt ihm zugute, was es von seinen Eltern und aus eigener Erfahrung bereits gelernt hat. Gleichzeitig werden die Freunde bzw. Freundinnen sehr wichtig. Das Kind bemüht sich Beziehungen aufzubauen und experimentiert mit Anpassung und Selbstdarstellung.

In einer förderlichen Umgebung entwickelt das Kind …

> Soziale Kompetenzen

> Ein Gefühl dafür was und wen es mag

> Die Fähigkeit, freundschaftliche Beziehungen einzugehen und zu pflegen

> Die Fähigkeit, sich auf unterschiedliche soziale Gegebenheiten einzustellen

> Verantwortung für andere übernehmen

Was das Kind in dieser Phase braucht:

Für die gesunde Entwicklung des Kindes braucht es folgende Formen von Sicherheit, Unterstützung und Struktur:

Sicherheit und Unterstützung

  • Freunde willkommen heißen
  • Ansprechbar sein für Fragen und Austausch, wenn es das Kind möchte
  • Für Unterstützung da sein, ohne in die Privatsphäre des Kindes einzudringen
  • Bei schulischen Schwierigkeiten mit Lehrern Kontakt aufnehmen
  • Offensichtliche Probleme aktiv ansprechen, ev. mit fachlicher Unterstützung behandeln

Struktur

  • Für einen sicheren Hafen und eine gute Gesprächsbasis sorgen
  • Sensibel Überblick behalten über die Freunde des Kindes
  • Nicht selbst bester Freund/beste Freundin des Kindes sein

Verletzungspotenzial und späteres Verhalten als Eltern

Druck zur Anpassung:  Kinder versuchen oft mit allen Mitteln, von Freunden anerkannt zu werden, und geben mehr als sie bekommen. Wenn Eltern diesen Druck noch verstärken wird es vielleicht auch als Erwachsener mehr tun als notwendig. Später als Elternteil wird er/sie das eigene Kind dazu drängen, sich unbedingt angepasst zu zeigen und wenig Verständnis dafür haben, wenn es eigenen Bedürfnissen und Interessen nachgeht.

Idealisierung des Einzelgängers: Eltern merken oft gar nicht, wie wichtig dem Kind jetzt die Freunde werden. Wenn er/sie selbst in dieser Phase keine Freundschaften aufbauen konnte, wird er/sie wahrscheinlich das eigene Kind nicht zu Freundschaften ermutigen, sondern dem Kind eher anraten, alleine seinen Weg zu gehen.

Selbstreflexion

Überlegen Sie entweder allein, oder noch besser mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin:

Was uns/mir/dir mit unserem Kind gut gelingt (bzw. gelungen ist)  …

Was wir vielleicht besser machen könnten …

Wenn ich mit einem Kind zu tun habe, dem seine Freunde bzw. Freundinnen wichtiger sind als ich, dann fällt mir bei mir auf …

Wenn ich sehe dass mein Kind gute Freunde hat, oder gar keine verlässlichen Freunde hat, dann fühle ich mich …

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