Im ersten Jahr: Phase der Bindung

Urvertrauen: “Es ist gut da zu sein”

In dieser Phase ist das Kind komplett auf die Fürsorge anderer angewiesen. Erst langsam beginnt es sich für die Welt zu öffnen. Seine Erlebnisse in dieser Phase tragen bereits entscheidend dazu bei, wie dieses Kind später im Leben stehen wird. In einer förderlichen Umgebung entwickelt das Kind …

> Ein grundsätzliches Vertrauen in die Welt und die Menschen.

> Die Fähigkeit sich im Miteinander zu entspannen, als Basis für spätere gute Beziehungen.

> Durch die sanfte Beschäftigung mit dem Kind wird die Entwicklung des Gehirns gefördert.

Was das Kind in dieser Phase braucht:

Für die gesunde Entwicklung des Kindes braucht es folgende Formen von Sicherheit und Struktur:

Sicherheit = körperlich spürbare Geborgenheit

  • Verlässliche, emotional warme Anwesenheit
  • Liebevoller Augenkontakt, sichere sanfte Berührung
  • Geräusche und Ausdrücke des Babys spiegeln

Struktur

  • Für sicheres, beruhigendes Umfeld sorgen
  • Behutsam Schlafrituale einführen (wenn möglich)
  • Einfache Prinzipien vermitteln „Ja / Nein“
  • Langsam mit mehreren Bezugspersonen vertraut machen, andere Mütter mit ihren Babys treffen

Verletzungspotenzial und späteres Verhalten als Eltern

Ambivalentes Elternverhalten: Wenn eine Mutter ihr Kind immer wieder mit Liebe überschüttet, andererseits aber immer wieder emotional oder real nicht erreichbar ist, wird sich das Kind auf diese warme Fürsorge nicht sicher verlassen können. Es wird sich folglich an die Mutter klammern, sobald sie greifbar ist. Als Elternteil wiederholt dieser Mensch dieses ambivalente Verhalten mit seinem Kind, das damit ebenfalls dazu neigt, sich ängstlich anzuklammern.

Vernachlässigung: Wenn ein Kind schlecht oder nur mechanisch versorgt wird, lernt es unbewusst, dass es sich nur auf sich selbst verlassen kann. Es zieht sich zurück und wirkt wie ein besonders braves Kind. Als Elternteil wird es keinen innigen Kontakt zum Kind aufbauen können und wenig zärtlichen Austausch pflegen.

Hier sehen Sie ein Video das zeigt, wie sehr Babys in diesem Alter auf positive Interaktionen angewiesen sind und sehr empfindlich darauf reagieren, wenn der vertraute Kontakt abgebrochen wird.

Selbstreflexion

Hinweis: Selbstreflexion funktioniert nur, wenn man ohne Bewertung oder Verteidigung auch auf sich selber schauen kann. Oft ist eine Rückmeldung von einer vertrauten Person hilfreich.

Beantworten Sie die folgenden Fragen entweder allein, oder noch besser: Tauschen Sie sich mit Ihrem Partner bzw. Ihrer Partnerin aus.

Was uns/mir/dir mit unserem Kind gut gelingt (bzw. gelungen ist)  …

Was wir vielleicht besser machen könnten …

Mir fällt bei mir selber auf, dass ich mit Kindern in diesem Alter …

Wenn mir mein Kind sehr nahe kommt oder wenn es weg will, dann fühle ich mich …

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