Die Entwicklungsphasen meines Kindes


Jeder Embryo durchläuft bereits im Mutterleib verschiedene Phasen, in denen sich jeweils bestimmte Körperbereiche herausbilden und immer mehr verfeinern. Auch in den Jahren der Kindheit und Jugend ist der Mensch noch nicht ausgereift, sondern durchläuft wichtige Phasen, in denen er psychosoziale Fähigkeiten entwickelt, die ihn später als Mensch und in Beziehungen sicherer und offener machen.

Für Eltern bedeutet dies, sich laufend auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der jeweiligen Entwicklungsphase einzustellen. Es gibt also nicht ein ideales Erziehungsverhalten und schon gar nicht geht es darum, dem Kind (nach der Bindungsphase) alle Wünsche zu erfüllen oder Konflikte zu vermeiden. Immer geht es allerdings darum, mit Ihnen selbst und mit Ihrem Kind in guter Verbindung zu sein.

Psychosoziale Entwicklungsstufen

Sie finden hier die Entwicklungsphasen Ihres Kindes und die natürlichen Entwicklungsziele, die jeweils erreicht werden können. Damit Ihr Kind möglichst viel von diesem bereit liegenden Potenzial entwickeln kann, braucht es von Ihnen ganz unterschiedliche Formen von Unterstützung, Förderung und Forderung.

Wenn Sie auf die jeweilige Überschrift klicken, erfahren Sie mehr darüber, welche Art von Sicherheit, Unterstützung und Struktur der kleine Mensch in diesem Alter von seinem Umfeld braucht und wie sich Mängel auswirken können.

Die Auswirkungen eigener Kindheitserfahrungen

Wenn Sie Ihr eigenes Elternverhalten mit einem gewissen objektiven Abstand beobachten, werden Sie feststellen, dass Sie es Ihnen in bestimmten Phasen der Entwicklung Ihres Kindes leichter oder auch schwerer fällt, Ihrem Kind das zu geben was es braucht.

Das hängt damit zusammen, wie wir selbst “be-eltert” wurden. Im besten Fall konnten Sie durch Beobachten der Eltern unbewusst ein hilfreiches Programm speichern, das Ihnen nun hilft. Im ungünstigen Fall haben Sie destruktive Programme gespeichert, oder Sie fallen in einer Art von Überkompensation ins erzieherische gegensätzliche Extrem.

Sie finden deshalb im weiteren Verlauf des Programms immer wieder Hinweise darauf, wie sich Ihre eigenen Kindheitserfahrung möglicherweise auf Ihr aktuelles Elternverhalten auswirken. Und was Sie tun können, um Ihr gesamtes Entwicklungspotenzial als Eltern zu heben.

Hinweis: Die Altersangaben nennen jene Jahre, in denen Kinder üblicherweise sehr offen für die Ausbildung der genannten Fähigkeiten sind. Manche Kinder sind allerdings etwas früher, andere etwas später dran. Auch die Auswirkung von ungünstigem Elternverhalten auf das spätere Elternsein muss sich nicht exakt wie beschrieben zeigen. Manchmal zeigt sich genau das Gegenteil, und hin und wieder übersteht ein Kind die schlimmsten Umstände scheinbar ohne Schramme.

Erstes Jahr: Bindung  “Es ist gut zu sein”

Entwicklungsziele: Vertrauen können, sichere emotionale Beziehung

1-3 Jahre: Erforschung  “Ich kann gehen und wieder kommen”

Entwicklungsziele: Gesunde Neugier, Motorische Fähigkeiten, Differenzierung Ich : Du

3-4 Jahre: Identität  “Ich bin Ich”

Entwicklungsziele: Phantasie, sicheres Selbstbild, Interessen, Rollen und Energien ausprobieren

4-7 Jahre: Kompetenz  “Ich kann es”

Entwicklungsziele: Vertrauen in die eigene Fähigkeiten, motorisches Geschick und Problemlösungsfähigkeit, Grenzen anerkennen, mit anderen zusammenarbeiten

7-12 Jahre: Freundschaft  “Ich gehöre dazu”

Entwicklungsziele: Selbständigkeit, Beziehung zu Gleichaltrigen, in anderem Umfeld zurecht kommen

12-18 Jahre: Nähe  “Ich finde mich”

Entwicklungsziele: eigene Identität, Werte und Maßstäbe finden, Abgrenzung von den Eltern, Annäherung an das andere Geschlecht

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