Entspannte Auseinandersetzung

Einige Altersabschnitte sind für Eltern besonders anstrengend, weil ihr Kind alles ausprobiert, um sich durchzusetzen. Das kann leicht in einen Machtkampf ausarten, mit lautem Streit, Rückzug und Beleidigt sein. Dann sind am Ende sowohl Eltern als auch Kind frustriert, die Verbindung zwichen ihnen ist gestört.

Sehen Sie “Entspannte Auseinandersetzung” doch einfach so:

Ihr Kind setzt sich intensiv mit Ihnen auseinander…..
Und Sie als Eltern können entspannt bleiben!

Es gibt einige einfache Grundsätze, mit denen Sie als Eltern dazu beitragen können, dass sowohl Sie selbst als auch ihre Kinder und die anderen Familienmitglieder diese Phase gut überstehen.

Wie Sie leichter entspannt bleiben

Das wird Ihnen leichter gelingen, wenn Sie wissen, dass dies jetzt zu einer notwenigen Entwicklungsphase Ihres Kindes gehört, die allerdings auch wieder vorbei geht. Wenn Sie zudem Humor und Gelassenheit mitbringen, sind Sie gut gerüstet. Vor allem werden Sie die Aktionen Ihres Kindes nicht so persönlich nehmen.

Schwer wird es für Sie, wenn Sie selbst sehr enge Vorstellungen davon haben, was richtig ist und was nicht. Auch wenn Sie schnell unsicher, nervös oder zornig werden, werden Sie (und auch alle anderen) es in dieser Phase schwer miteinander haben. Lesen Sie dazu mehr unter “Was ich durch mein Kind lernen kann”.

Achten Sie auf gute Verbindung mit Ihrem Kind

Bleiben Sie ansprechbar für Ihr Kind und reagieren Sie freundlich. Damit Ihnen das auch in stressigen Situationen gelingen kann, sollten Sie zwei gegensätzliche Fähigkeiten kultivieren:

Einerseits Ihre Liebe zum Kind, die Ihnen ermöglicht, freundlich und geduldig mit dem Kind zu reden und zu handeln. Andererseits hilft ein gewisser innerer Abstand. Damit können Sie Ihr Kind realistischer wahrnehmen und leichter “über den Dingen stehen”.  Das wieder bewahrt Sie davor, genau so emotional zu reagieren wie Ihr Kind.

Werden Sie flexibel

Gehen Sie auf Ideen und Wünsche ein und geben Sie nach, wo immer es für Sie vertretbar ist. So erlebt Sie Ihr Kind großzügig und auf seiner Seite. Denken Sie sich öfter: “Warum eigentlich nicht?”

Geben Sie aber rechtzeitig nach, noch bevor das Kind beginnt darum zu kämpfen. Wenn Sie zu spät nachgeben, also erst als Ergebnis eines Streits, erlebt Sie das Kind höchstens als schwach und inkonsequent.

Bleiben Sie standhaft in wichtigen Themen

Daneben gibt es bestimmte Themen, die Ihnen wichtig sind. Machen Sie sich zunächst selber klar, welche Werte, Regeln, Grenzen und sinnvolle Abäufe Ihnen wichtig sind. Zu den Werten gehört beispielsweise in den meisten Familien, dass bestimmte Spielregeln des Miteinanders von allen eingehalten werden, also dass niemand beleidigend oder grob wird (auch Sie selber nicht). Besprechen Sie diese Themen möglichst bereits im Vorfeld und nicht erst, wenn Ihr Kind die Regel übertritt.

Rechnen Sie damit, dass Sie mehr als einmal geduldig und freundlich den Sinn Ihrer Entscheidung erklären müssen. Sehen Sie sich als Lehrer bzw. als Lehrerin, bei der/dem Ihr Kind etwas Wichtiges für sein Leben lernt: Einerseits durch die Werte, die Sie vermitteln, andererseits zeigen Sie durch Ihr Vorbild, wie man auf sozial akzeptable Art fest und sicher für eine Sache einsteht oder dafür sorgt, dass etwas richtig gemacht wird.

Natürlich dürfen Sie ein Gespräch beenden, wenn es sich nur mehr im Kreise dreht und wirklich alles ausführlichst besprochen wurde. Achten Sie auch in diesem Fall auf einen freundlichen Schluss.

Besprechen Sie mit dem Partner bzw. der Partnerin

Was gelingt mir/dir/uns derzeit recht gut?

In welchen Bereichen könnten wir unserem Kind mehr Freiraum geben?

Welche wichtigen Werte oder Regeln sollten wir deutlicher vertreten?

Wo könnten wir uns gegenseitig noch besser unterstützen?

Wie können wir unsere Verbindung als Paar stärken?

Was kann ich für mich selber tun, um entspannter zu sein?

 

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